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Kroaten in Deutschland schockiert über das Urteil des Haager Tribunals; Proteste in mehreren deutschen Städten erwartet
Das lang erwartete Urteil des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag gegen die drei kroatischen Generäle Ante Gotovina, Ivan Čermak und Mladen Markač wurde am heutigen Freitag gesprochen und hat die Kroaten weltweit in einen Schockzustand versetzt. Gotovina und Markač wurden zu je 24 und 18 Jahren Haft verurteilt,
während Čermak freigesprochen wurde.
Mit diesem Urteil wird der entscheidenden Säule der kroatischen Eigenstaatlichkeit die Legitimität entzogen. Zentraler Punkt der Anklageschrift ist die Operation „Sturm“, bei der die kroatische Armee besetztes Staatsgebiet befreite, den Kroatien-Krieg beendete und ein Massaker in bosnischherzegowinischen Bihać verhinderte. Vorangegangen sind jahrelange Vertreibungen von insgesamt ca. 100.000 Kroaten und anderen Nicht-Serben, massenhafte Morde an Zivilisten und Bombardierungen kroatischer Städte durch serbische Freischärler und die jugoslawische Volksarmee.
„Der Kroatische Weltkongress in Deutschland (KWKD) kann die Deklarierung der Aktion „Sturm“ als Kriegsverbrechen nicht hinnehmen und empfindet das heutige Urteil als einen Akt der Ungerechtigkeit gegen das gesamte kroatische Volk. Das Urteil und die damit einhergehende Gleichstellung von Aggressor und Opfer ist historisch einmalig und aus unserer Sicht eine
Rechtfertigung der internationalen Gemeinschaft für die eigene Unfähigkeit, den großserbischen Angriff auf Kroatien nicht verhindert zu haben. Nun soll Aggressor und Opfer gleichgestellt werden.
Heute ist ein düsterer Tag für Kroatien, denn die rechtmäßige Verteidigung des eigenen Landes wurde als verbrecherische Aktion bezeichnet und somit ist jeder einzelne Bürger, allen voran aber die tapferen kroatischen Veteranen, heute in Den Haag verurteilt worden. Wir werden in den nächsten Wochen Zeichen setzen und auf diese Ungerechtigkeit reagieren. Deutschlandweit muss mit Protesten gerechnet werden.
Auch die kroatische Staatsspitze zeigte sich schockiert und erbost gleichermaßen. So erklärte die kroatische Premierministerin Jadranka Kosor: „Das erstinstanzliche Urteil, dass die kroatische Führung in einer kriminellen Vereinigung gehandelt haben soll, ist für die Regierung der Republik Kroatien nicht hinnehmbar. Wir werden alle rechtstaatlichen Möglichkeiten nutzen, um diese Klassifikation vor dem Gericht in zweiter Instanz zu annullieren. Unser Standpunkt über den Charakter der Operation „Sturm“ ist bekannt: das war eine legitime Aktion. Ich möchte den Bürgern für ihr würdiges Verhalten danken, allen voran den kroatischen Veteranen." Kroatiens Staatspräsident und Rechtsprofessor Ivo Josipović erklärte: „Das Urteil mit seiner Begründung sowie die Strafen, vor allem die These der kriminellen Vereinigung, ist ein ernsthafter Akt, der auch mich schockiert hat. Ich bin überzeugt, dass es solch eine „kriminelle Vereinigung“ nicht gegeben hat.“
Die Anwälte der beiden Verurteilten werden Revision einlegen. Der Verteidiger Ante Gotovinas Mišetić erklärte: „Naiverweise haben wir gedacht, dass das Tribunal basierend auf Tatsachen und Gesetzen entschieden wird. Nun werden wir Widerspruch einreichen.“ Auch der Amerikaner Gregory Kehoe, ebenfalls im Verteidiger-Team Gotovinas und ehemals selbst Ankläger des ICTYTribunals äußerte sich noch vor dem Urteil: „Wenn einer für den Frieden verantwortlich ist, dann ist es General Gotovina. Er hat im Kroatien-Krieg 1991-1995 das Gemetzel der Serben beendet.“
KWKD-Vorsitzender Mijo Marić: „Auch wenn man mit dem schlimmsten rechnen musste aufgrund der inzwischen weitgehend bekannten Erkenntnisse über den politischen und geheimdienstlichen Einfluss – insbesondere des britischen – auf das Tribunal, hat uns die Entscheidung sehr getroffen. Wir als KWKD werden in den nächsten Wochen und Monaten Informationen veröffentlichen, die der deutschen und europäischen Öffentlichkeit bisher weitgehend unbekannt waren. Der Moment ist gekommen, dass nun Erkenntnisse über den serbischen Aggressionskrieg gegen Kroatien an die Öffentlichkeit gebracht werden, die die schändliche Rolle der internationalen Gemeinschaft, insbesondere aber des britischen Polit-Establishments, belegen. Das kroatische Volk ist sehr geduldig, jetzt ist aber definitiv eine Grenze überschritten worden.“
Für Interviewanfragen und weitere Auskünfte steht Ihnen Hr. Mijo Marić (Vorsitzender Kroatischer Weltkongress in Deutschland, Vice President for Europe - Croatian World Congress) zur Verfügung (Tel: 030-3497 3582).
Über den Kroatischen Weltkongress in Deutschland e.V. (KWKD):
Als Dachverband mit ca. 100 Mitgliedervereinen ist der Kroatische Weltkongress in Deutschland e.V. (KWKD) ein freiwilliger
Zusammenschluss der kroatischen Vereine und Körperschaften in Deutschland. Er hat die Aufgabe, den Integrationsprozess der Kroaten im Gast- und neuen Heimatland zu fördern, aber auch das kulturelle und geistige Erbe der Kroaten zu bewahren. Der KWKD vertritt die Interessen von ca. 400.000 Kroaten und kroatischstämmigen Menschen in Deutschland; die fünftgrößte Migrantengruppe Deutschlands überhaupt und die größte Ex-Jugoslawiens. Seine Vorstandsmitglieder engagieren sich ehrenamtlich und überparteilich.
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Mijo Marić, Kroatischer Weltkongress in Deutschland e.V.; Leonhardtstr. 17, 14057 Berlin
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