Arhiva članaka HRsvijet.net

„Massengräber auch in Österreich“ / „Nachkriegsmassaker der Partisanen vom Mai 1945 aufgedeckt“

Der Historiker Mag. Dr. Florian Thomas Rulitz entdeckte auch im österreichischen Kärnten eine Vielzahl von Tötungsstätten und Massengräbern von antikommunistischen slawischen Flüchtlingen! Der Historiker fragt sich auch, welche Säuberungen die kommunistischen Partisanen angestellt hätten, wenn es Tito gelungen wäre, Kärnten an Jugoslawien anzuschließen?

Kroatische unbewaffnete Kolonnen vor Bleiburg

Das Buch wird in Deutsch im Jahr 2011 (Ende Mai/Juni) im österreichisch-slowenischen Hermagoras Verlag / Mohorjeva erscheinen! Kurzzusammenfassung: Die im österreichischen und slowenischen Kärnten (Koroška) fast bis Ende Mai 1945 – also rund drei Wochen nach der Kapitulation Hitler-Deutschlands – währenden Kampfhandlungen und Massaker, denen zahlreiche antikommunistische slawische Flüchtlinge aus Jugoslawien zum Opfer fielen, spielen in den Erinnerungskulturen der jungen, selbständigen Staaten Kroatien und Slowenien eine zentrale Rolle. In der sozialistischen jugoslawischen Erinnerungskultur waren die Ereignisse als „Endkesselschlachten“, „abschließende militärische Operationen“ oder „das große Finale in Kärnten“ bekannt. Der Umstand, dass diese antikommunistischen Flüchtlinge Opfer von Partisanengewalt waren, war bis zum Zerfall Jugoslawiens von offizieller staatlicher Seite stets negiert worden. Ab den 1990er Jahren (davor nur in Exilkreisen) erschienen in Kroatien und Slowenien die Tragödien von Bleiburg bzw. Viktring in den jeweiligen nationalen Erinnerungskulturen in neuer Perspektive. Mit der vorliegenden Studie hat der Historiker Florian Rulitz einen wissenschaftlich fundierten Beitrag zur Klärung der Ereignisse im Mai 1945 geleistet und anhand eines umfangreichen, erstmals systematisch ausgewerteten Quellenmaterials (sowie die bisher ungesichteten österreichischen Quellen wie etwa die Gendarmerie-Chroniken und Pfarrchroniken) die Tötungsstätten, Gräber, Gruppengräber und Massengräber der kroatischen und slowenischen Flüchtlinge im südlichsten Bundesland Österreichs möglichst lückenlos dokumentiert. Nebenher wurden für die Geschichte wichtige Fragen beantwortet: die nationalpolitische Umdeutung der getöteten Flüchtlinge in Kärnten als sogenannte Heimkehrermorde; Durchzugskämpfe versus Endkesselschlachten; die Ermittlung des Hauptkampftages bei den Ferlacher Durchzugskämpfen sowie die Opferzahl der Gefallenen der Ferlacher Kämpfe zwischen slowenischer Landeswehr und Partisanen; die anhaltenden Kämpfe, die bis zum Abzug der Partisanen mit den militärischen Flüchtlingsverbänden (z.B. Ustascha, kroatische Landwehr, slowenische Landeswehr, diverse Tschetnikverbände, und andere slawische Hilfsverbände (wie zum Beispiel das Russisches Schutzkorps Serbien)) ausgetragen wurden; der Abzug der Partisaneneinheiten der JA aus Kärnten versus Auslieferung der antikommunistischen Flüchtlinge an Titojugoslawien, die bei den britisch-jugoslawischen Klagenfurter Verhandlungsübereinkünften von 15., 19. und 20. Mai ausgehandelt wurden; der kommunistische Geheimdienstterror der OZNA/UDBA nach dem Krieg gegen die slowenische und kroatische Emigration sowie die konservativ gesinnte slowenische Minderheit in Österreich.

Bleiburg - Kroatische Kolonnen

Buchauslieferung: Österreich: Hermagoras Verlag / Mohorjeva, Klagenfurt/Celovec; URL- Adresse: http://www.mohorjeva.at oder MOHR • MORAWA, Wien, URL- Adresse: http://www.morawa.at/ Deutschland und die Schweiz: REVILAK, München; URL- Adresse: http://www.revilakservice.de/ Slowenien: Mohorjeva Druzba ; URL- Adresse: http://www.mohorjeva.org/ Kurzbiographie des Historikers: Mag. Dr. Florian Thomas Rulitz (geb. am 27.01.1980 in Klagenfurt) lebt und ist auch aufgewachsen in Südkärnten. Daher hat schon seine Sozialisation im zweisprachigen Kärntner Grenzland, das Phänomen der „windischen“ deutschnationalen Kärntner sowie der Gegensatz zu den Kärntner Slowenen und der anhaltende Sprachen- und Ortstafelstreit, früh sein Interesse an der Politik und Geschichte Kärntens und des Alpen-Adria-Raums geweckt. So hatte er in der Kindheit erstmals von Partisanen, Domobrancen, Ustasche, Domobranen und Tschetniks gehört.

Im Herbst 2003 begann er neben den Studienfächern der Rechtswissenschaften, Publizistik (Medien- und Kommunikationswissenschaft) und Politikwissenschaften mit seinem Geschichtsstudium. Schwerpunktbereiche seines Diplomstudiums bildeten die Alpen- Adria- Geschichte, Diachrone Sprachwissenschaft, Kommunismus, Extremismus und Nationalismusforschung. Im Mai 2008 schloss er das Geschichte-Studium mit der Diplomarbeit über den Kärntner Sprach- und Identitätskonflikt „SLOWENISCH, DEUTSCH, WINDISCH“, mit dem Titel: Die "Kärntner Windischen": eine wissenschaftliche Untersuchung der "Windischen"; stellen sie nach Abstammung und Sprache eine weitere ethnische Volksgruppe in Kärnten dar? ab.

Eine unbewaffnete kroatische Kolonne belgeitet und bewacht von einem Partizanen auf einem Pferd

Im Anschluss daran inskribierte er an der Alpen- Adria Universität (AAU) Klagenfurt das Doktoratsstudium der Philosophie im Fach Geschichte. Im Zuge des Studiums erfolgte seine Praxis bezogene filmische Arbeit als historischer Regisseur, für seinen wissenschaftlichen Dokumentarfilm „Kroatiens Bleiburg“ und „Sloweniens Viktring“. Während seiner Feldforschungen entdeckte er im österreichischen Kärnten eine Vielzahl von Massengräbern von antikommunistischen slawischen Flüchtlingen, von denen einige bisher noch völlig unbekannt waren. Im Wintersemester 2010 promovierte er im Fachbereich der Zeitgeschichte (Alpen-Adria - Geschichte, Militärgeschichte, Propaganda- und Geheimdienstforschung, Erinnerungskultur) mit der Dissertation: „Kroatiens Bleiburg“ / „Sloweniens Viktring“ – Partisanengewalt in Kärnten am Beispiel der antikommunistischen Flüchtlinge im Mai 1945.


Kontakt mit dem Historiker und Filmemacher Mag. Dr. Florian Thomas Rulitz E- mail / E- post / E-pošta: Ova e-mail adresa je zaštićena od spambota. Potrebno je omogućiti JavaScript da je vidite. Mobil: +43 650/2714040

Rezension: Univ.-Prof. Dr. Heinz-Dieter POHL

Monographie: Rulitz Florian – Thomas: Kroatiens Bleiburg“ / „Sloweniens Viktring“ – Partisanengewalt in Kärnten am Beispiel der antikommunistischen Flüchtlinge im Mai 1945, 2011 – Hermagoras Verlag

Die vorliegende Monographie ist eine historische Abhandlung, in der die in Slowenien als „Tragödie von Viktring“, in Kroatien als „Tragödie von Bleiburg“ bezeichneten Ereignisse im Mai 1945 dargestellt werden. Im Kapitel 1 (Einleitung) wird der derzeitige Forschungsstand samt Quellen und Literatur vorgestellt, im Kapitel 2 die Vorgeschichte dieser Ereignisse mit einem Überblick über die Besatzungspolitik in Jugoslawien. Das Kapitel 3 zeigt die Hauptfluchtwege nach Kärnten auf, Kapitel 4 die Anhaltelager und die so genannte Repatriierung. Die Kapitel 5 und 6 sind dem wohl dunkelsten Kapitel der jugoslawischen Nachklriegsgeschichte gewidmet, den Massentötungen und den Massengäbern. Es wird auch die Frage gestellt, inwieweit die Aktionen nach dem 8. Mai 1945 als „Rache“ oder „Revolutionsgewalt“ zu sehen sind. Nach der Besetzung und Aufteilung Jugoslawiens kam es bekanntlich sowohl zur Kollaboration als auch zum bewaffneten Widerstand, was dann zu einem hohen Grad von Polarisierung in der Bevölkerung geführt hat, der sich niemand entziehen konnte. Die Folge davon war letztlich eine Art innerjugoslawischer Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Antikommunisten; die letztlich siegreichen kommunistischen Partisanen sahen in den Antikommunisten pauschal Kollaborateure, mit denen man nach Kriegsende beliebig verfahren konnte.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht also die Partisanengewalt im Mai 1945 im österreichischen Kärnten, wo man zwischen der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht und dem Abzug der Jugoslawischen Partisanenarmee fast zwei Wochen lang „offene innerjugoslawische Rechnungen“ beglichen hat. Sehr genau werden auch die nach dem Kapitulationstermin am 8. Mai 1945 stattgefundenen Durchzugskampfhandlungen der uniformierten Verbände, die sich in das britisch kontrollierte Gebiet nach Österreich durchgeschlagen hatten, dargestellt. Hier erscheinen die bisherigen Darstellungen der Partisanen, für die die Kämpfe im Raum Ferlach/Hollenburg/Viktring und Dravograd/ Poljana/Bleiburg bloß „Endkesselschlachten“ waren, durch das Heranziehen neuer Quellen in einem neuen Licht. Auch die zwielichtige Rolle der britischen Armee bei der Auslieferung der antikommunistischen Flüchtlinge an die jugoslawische Partisanenarmee wird ent-sprechend beleuchtet, die ja letztlich den Weg zu den Massentötungen ebnete. Diese Studie ist somit ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der unmittelbaren Nachkriegsgeschichte.