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Kroatischer Weltkongress Deutschland: Es gibt genügend Hinweise über politische Einflussnahmen beim Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag zugunsten des serbischen Agressors

Urteile des Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag am morgigen Freitag erwartet; Kroaten Deutschlands sehen morgiger Urteilsverkündung mit großer Spannung entgegen; Ansprechpartner für Interviewanfragen Mijo Marić
In Kroatien aber auch bei den knapp 400.000 Menschen mit kroatischen Wurzeln in Deutschland steigt angesichts des anstehenden Urteils für die drei kroatischen Generäle Ante Gotovina, Ivan Čermak und Mladen Markač in Den Haag, die Spannung. Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag spricht am morgigen Freitag die Urteile: wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen drohen Haftstrafen zwischen 17 und 27 Jahren, während die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Vor Großleinwänden in ganz Kroatien werden Zehntausende die Urteilsverkündigung verfolgen. Veteranen-Organisationen haben zu Märschen der Solidarität für die angeklagten Generäle aufgerufen.
Rückblick: Als Reaktion auf Kroatiens Unabhängigkeitserklärung 1991 und die internationale Anerkennung hatte die Führung der serbischen Minderheit damals die "Republik Serbische Krajina" ausgerufen. Serbische Freischärler und die jugoslawische Volksarmee setzten sich die ethnische "Säuberung" und die Angliederung der Krajina an Serbien zum Ziel. Nach jahrelangen Vertreibungen von insgesamt ca. 100.000 Kroaten und anderen Nicht-Serben, massenhaften Morden an Zivilisten und Bombardierungen folgte im Sommer 1995 die Gegenoffensive. In wenigen Tagen befreite die kroatische Armee das besetzte Territorium zurück. Ca. 150 Menschen – auch Zivilisten - kamen ums Leben; mehrere zehntausende Serben flüchteten, so die Anklage. Die von General Gotovina befehligte Operation "Sturm" ("Oluja") symbolisiert in Kroatien den Wendepunkt des nationalen Befreiungskriegs gegen die serbischen Aggressoren und Besatzer; während im benachbarten Serbien diese als ethnische Säuberung beklagt wird.
Kroatische Politiker und Rechtsgelehrte wehren sich gegen die Anklage "kriminelle Vereinigung", da sie impliziert, dass bei der Militäraktion, bei der kroatisches Gebiet befreit wurde, ethnische Säuberungen ein politisches und militärisches strategisches Ziel Kroatiens waren. Kritik am Haager Tribunal hat kürzlich auch der Bischof von Sisak und Präsident der kroatischen bischöflichen "Iustitia et Pax"-Kommission, Vlado Kosić, geübt. Kosić wirft dem Kriegsverbrecher-Gericht vor, im Prozess gegen die drei kroatischen Generäle parteiisch zu sein und die Tatsache nicht genügend zu würdigen, dass Kroatien das Opfer serbischer Aggressoren gewesen sei. Befürchtet wird insbesondere, dass ein belastendes Urteil hinsichtlich der "kriminellen Vereinigung" die demokratische Unabhängigkeitswerdung Kroatiens diskreditiert werden könnte. Nahezu alle Beobachter in Kroatien räumen ein, dass niemand leugnen könne, dass auch auf kroatischer Seite Kriegsverbrechen passiert seien. Dem Gericht wird jedoch vorgeworfen, dass es gegen die serbische Politik der Aggression und Besetzung von Teilen Kroatiens und Bosnien-Herzegowinas keine Anklage wegen "krimineller Vereinigung" gegeben habe, für die Befreiung besetzter Gebiete jedoch schon. Auch die Tatsache, dass erstmals in der Geschichte eine siegreiche Armee vor Gericht steht, hat zu großen Akzeptanzproblemen des Tribunals in Kroatien
beigetragen. „Die Verteidigung hat bewiesen, dass von übermäßigen Bombardierungen keine Rede sein kann.
Es gibt eindeutige Hinweise, dass die Flucht der serbischen Zivilisten, Soldaten und Freischärler aus Serbien koordiniert wurde, weil seitens Milosević eroberte Gebiete in Bosnien und Herzegowina und im Kosovo besiedelt werden sollten. Die legitime militärische Befreiungsoperation hat entscheidend für die Beendigung des Krieges auf dem Balkan beigetragen. Durch den Sieg über die Armee der bosnischen Serben wurde die Belagerung der Stadt Bihać beendet und ein weiterer Massenmord an Bosniaken wie in Srebrenica verhindert. Vor dem Hintergrund der Größe der militärischen Aktion, der Ausbreitung des befreiten Territoriums sowie des Umfangs der beteiligten Truppen kann man von vergleichsweise geringen Opferzahlen sprechen. Gleichzeitig gibt es genügend verlässliche Hinweise über politische Einflussnahmen beim Tribunal zugunsten des serbischen Aggressors bzw. der massiven Infiltrierung des britischen Geheimdienstes in den Den Haager Strukturen, die einer gerechten Urteilsfindung im Wege stehen könnten“, so der KWKD-Vorsitzende Mijo Marić.