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Goran Hadžić

Kroatischer Weltkongress in Deutschland (KWKD) begrüßt Verhaftung von Goran Hadžić. Der "Präsident" der selbsternannten serbischen Republik Krajina muss sich für den Tod Hunderter kroatischer Zivilisten und die Deportation von Zehntausenden Kroaten durch serbische Truppen verantworten.

Der Kroatische Weltkongress in Deutschland (KWKD) begrüßt die Verhaftung des serbischen Kriegsverbrechers Goran Hadžić, der vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag für schwerste Kriegsverbrechen in Kroatien verantwortlich gemacht wird. Nach mehr als sieben Jahren Flucht wurde der frühere serbische Rebellenführer in Kroatien am 20. Juli 2011 von serbischen Behörden in der Nähe von Novi Sad festgenommen.

"Die Verhaftung von Goran Hadžić ist ein längst überfälliger und wichtiger Schritt zur Gerechtigkeitsfindung und Genugtuung für die vielen kroatischen Opfer der serbischen Aggression; auch für die in Deutschland lebenden Kroaten. Es ist allerdings beschämend, dass sich die serbischen Behörden erst mit Blick auf den anvisierten EU-Kandidatenstatus dazu durchringen konnten, ihre Bemühungen zur Festnahme des letzten flüchtigen Angeklagten des Haager Tribunals zu intensivieren", so der stellvertretende KWKD-Vorsitzende Dr. Sinisa Kušić. Nachdem die serbischen Behörden im Mai diesen Jahres Ratko Mladić festgenommen und nach Den Haag überstellt hatten, kamen aus Brüssel erste Signale, dass Serbien bis Ende 2011 offiziell EU-Beitrittskandidat werden könne. Bedingung war allerdings die Verhaftung von Goran Hadžić.

Hadžić, 1958 in der Nähe der ostkroatischen Stadt Vukovar geboren, war vor dem Krieg Lagerarbeiter und seit seiner Jugend Mitglied der kommunistischen Partei. In den 90-er Jahren schloss er sich der nationalistischen Serbischen Demokratischen Partei (SDS) an. Von 1992 bis Ende 1993 war Hadžić "Präsident" der selbsternannten "serbischen Republik Krajina", die sich zeitweise über fast ein Drittel des kroatischen Territoriums erstreckte. Während dieser Zeit habe Hadžić - laut Anklage - die Vertreibung und Mord an Kroaten und anderen Nicht-Serben geplant und befohlen. Es sei ein totalitäres Gewaltregime etabliert worden, an dem sich Hadžić beteiligt habe. Hunderte Menschen, darunter Frauen, Kinder und Alte, seien getötet worden. Hunderte weitere Kroaten und Nicht-Serben seien festgenommen und in Lagern in Serbien gefangen gehalten worden, gefoltert und ermordet worden. Zehntausende sind vertrieben worden. Hadžićs Name ist auch eng verbunden mit dem Massaker serbischer Truppen in Vukovar, dem ersten großen Massenmord der europäischen Nachkriegsgeschichte. Dort wurden im November 1991 insgesamt 264 Menschen aus dem örtlichen Krankenhaus abtransportiert und von serbischen Truppen gefoltert und ermordet. Bis heute werden noch über 1200 Menschen aus Kroatien als vermisst geführt, alleine aus Vukovar und der Umgebung sind es 400.

Seit 1993 lebte Goran Hadžić in Novi Sad, Serbien. Als er 2004 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, vielfachen Mords und Vertreibung vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag angeklagt wurde, entging er nur knapp seiner Festnahme und hielt sich seitdem versteckt. Beobachter gehen davon aus, dass er von heimischen Sicherheitskräften rechtzeitig gewarnt worden war.


 

Für Interviewanfragen und weitere Auskünfte steht Ihnen Dr. Siniša Kušić (stellv. Vorsitzender KWKD) zur Verfügung (Tel: 0170-332 6405).

Über den Kroatischen Weltkongress in Deutschland e.V. (KWKD):

Als Dachverband mit ca. 100 Mitgliedervereinen ist der Kroatische Weltkongress in Deutschland e.V. (KWKD) ein freiwilliger Zusammenschluss der kroatischen Vereine und Körperschaften in Deutschland. Er hat die Aufgabe, den Integrationsprozess der Kroaten im Gast- und neuen Heimatland zu fördern, aber auch das kulturelle und geistige Erbe der Kroaten zu bewahren. Der KWKD vertritt die Interessen von ca. 400.000 Kroaten und kroatischstämmigen Menschen in Deutschland; die fünftgrößte Migrantengruppe Deutschlands überhaupt und die größte Ex-Jugoslawiens. Seine Vorstandsmitglieder engagieren sich ehrenamtlich und überparteilich. Der KWKD wurde in den Bundesbeirat für Integration berufen und vertritt die kroatische Migrantengruppe beim Integrationsgipfel im Kanzleramt und beim Integrationspolitischen Dialog der Staatsministerin Prof. Maria Böhmer.

Kontakt:

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